Kapital Expenditure versus Operational Expenditure

Technologie entwickelt sich stetig weiter. Alle drei bis fünf Jahre verändern sich die grade erst als Standard akzeptierten Best-Practices erneut. Spätestens alle zehn Jahre ist eine Runderneuerung der ICT-Infrastruktur angemessen, um nicht so weit hinter den Stand der Dinge zu fallen als das man mit Kompatibilitätsprobleme zu kämpfen hat. Man recherchiert und vergleicht, um am Ende das für die eigenen Bedürfnisse optimale Setup auszuwählen. Nach der Euphorie über die neuen Möglichkeiten der Technologien und deren Fähigkeiten kommt jedoch schnell die Ernüchterung über den Preis. Das neueste und beste hat seinen Preis und die Hersteller sind sich dessen mehr als bewusst.

Das Problem bei der üblichen Planung von Netzwerk und Serverlandschaft ist, dass man so planen muss das die theoretisch benötigte Spitzenlast vom neuen Equipment abgedeckt werden kann. Dies führt häufig zur Auswahl von Konfigurationen die weit über den Alltagsgebrauch hinaus gehen. Die hieraus entstehenden Kosten sind in Zeiten von immer schmaleren Budgets jedoch selten bis gar nicht zu rechtfertigen. Es gibt jedoch ein alternative zu diesem Vorgehen.

Immer mehr Unternehmen sind nicht mehr bereit die signifikanten Mengen and Kapital in die Hand zu nehmen nur um etwas zu kaufen dessen realer Nutzen, wenn auch nicht in Frage gestellt, so doch zumindest häufig angezweifelt wird. Im Privaten ist das Miet-, oder as-a-Service, Model bereits für fast alles zu haben. Mobiltelefone sind in den Vertrag mit eingerechnet, Netflix & Co. liefern Filme und Serien on Demand und selbst Autos kann man bei Volvo als Abonnement beziehen. Diese Erwartungshaltung hat sich in den letzten zwei Jahren auch immer mehr in den B2B Bereich hinein verlagert. Viele Dienstleistungen können bereits als Verbrauchmodel bezogen werden. Nun haben auch die großen Hersteller von ICT-Equipment begonnen dieses Modell mit in Ihre Portfolios aufzunehmen.

Durch das Aufkommen von ausgelagerten Kapazitäten in Großrechenzentren kann man heutzutage schon viele Services nach Leistung monatlich zu und abbestellen. Server sind nur noch virtuell, Datenbanken liegen komplett off-site und selbst das Management das Firmennetzes wird über virtuelle Maschinen geregelt. An den einzelnen Standorten sind nur noch Switches und Endgeräte wie Shuttle-PCs, Drucker und Telefone notwendig. Selbst teure dedizierte Leitungen sind dank immer zuverlässigerem Consumer-grade Internet unnötig.

Was aber wenn man nicht gewillt ist seine Daten anderen anzuvertrauen und auf deren Diskretion zu hoffen. Auch wenn die Reputation von Anbietern wie AWS oder Azure in der Tat sehr gut ist, so darf man doch nicht vergessen das Sie in erster Linie zu Konzernen gehören die Primär mit Daten ihr Geld verdienen. Als öffentlicher Träger steht die Preisgabe von Daten generell nicht zur Debatte und somit fallen Cloudangebote komplett aus dem Möglichkeitspool heraus.

Um aber dennoch die Vorteile des flexiblen Pricings von Cloudangeboten nutzen zu können, die Hardware jedoch on Premises zu betreibe, haben Sich die Hersteller das Infrastructure as a Service Modell einfallen lassen.

Bei dieser Variante mietet man die Geräte direkt vom Hersteller und erhält somit die Vorteile von Cloudlösungen wie Leistungsangepasstes Pricing, Abgabe der Funktionsverantwortung, Skalierbarkeit und die Vermeidung von Kapitalaufwendung zu Anschaffung. Die auf der Hardware gespeicherten Daten sind jedoch on Premises und zu keinem Zeitpunkt sicherheitsbedenken in der Cloud ausgesetzt. So können Nutzerdaten und Firmengeheimnisse sicher gelagert werden.

Natürlich stellt sich hierbei die Frage wie die Skalierung geschehen soll wenn die Geräte vor Ort sind. Der Hersteller liefert vorkonfigurierte Geräte, die dem erwarteten Normalverbrauch entsprechen und kümmert sich um deren Wartung, Updates und etwaigen Austausch. Sollte nun kurzfristig mehr Leistung benötigt werde, werden diese per Cloudmanagement für die Dauer des Workloads hinzugeschaltet. So wird pro Monat nur das an Kosten fällig was auch genutzt wurde. Die Daten gehen hierbei nicht in die Cloud sondern bleiben on Premises oder im Rechenzentrum.

Auf diese Weise lassen sich die normalerweise sehr hohen Kapitalkosten für die Anschaffung von Hardware auf die Betriebsausgaben umlegen und parallel genau die gewünschte Leistung beziehen.